Spielt die Trinität im interreligiösen Dialog eine Rolle

Spielt die Trinität im interreligiösen Dialog eine Rolle

Was ist eigentlich Trinität? Gab es sie seit Beginn des Christentums? Von wem stammt die Idee der Trinität? Wie stehen andere Offenbarungsreligionen zur Trinität? Gab es andere Kulturen mit der Trinität? Ist Trinität mit dem islamischen Tawhid vereinbar? Seit wann gibt es Dialog zwischen den Religionen? Ist dieser Dialog erforderlich?

Die Idee zur Trinität entstand mit dem römischen Philosophen Plotin (204-270). Er ist der Begründer des Neuplatonismus und der letzte der Philosophen der Antike. Er studierte die persische und indische Philosophie und lehrte später in Rom. Er teilte die Auffassung Platons, das Ziel des menschlichen Lebens sei dem Gott gleichgestellt zu sein. „Eigentlich gibt es keinen Gott, so Plotin. Alles ist eins. Jeder kann eins sein mit Ihm“, so Plotin.

Die Metaphysik geht von einer heiligen Dreifaltigkeit aus, dem Einen, dem Geist und der Seele. Diese drei sind nicht gleichwertig wie die Gestalten der christlichen Dreifaltigkeit. Das Eine steht am höchsten, dann kommen der Geist und zuletzt die Seele.[1]

Mit dem Aufstieg der byzantinischen Kaiser Konstantin und Theodosius unter dieser Vorlage eine für die Kirche geformte Trinität geschaffen. Mit dem Monotheismus des Alten und Neuen Testaments hat das überhaupt nichts zu tun. Was wäre die christliche Trinitätslehre ohne die zugrunde liegende Philosophie? Cambridge Professor William Ralph Inge hat eine Antwort auf diese Frage: „Es ist unmöglich den Platonismus aus dem Christentum herauszuholen, ohne es in Stücke zu zerreissen.[2]

Patristiker Prof. Kraft gibt offen zu, dass die Trinitätslehre eine ausschließliche Leistung des griechischen Geistes sei, speziell der platonischen Philosophie.[3]

Fazit: Trinität ist ursprünglich nicht Teil des Christentums. Im Judentum herrscht sowie im Islam der Monotheismus, beide Religionen lehnen die Trinität strikt ab.

Und als Gott sprach: O Jesus, Sohn Marias, warst du es, der zu den Menschen sagte: Nehmt euch neben Gott mich und meine Mutter zu Göttern? (Jesus antwortet draufhin) Ich habe ihnen nichts anderes gesagt als das, was Du mir befohlen hast, nämlich: Dienet Gott, meinem Herrn und eurem Herrn. Ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte. Als Du mich abberufen hast, warst Du der Wächter über sie. Und Du bist über alle Dinge Zeuge.[4]

„Lob sei Gott, der das Buch auf seinen Diener herabgesandt und daran nichts Krummes gemacht hat, das richtig ist, damit er vor einem harten Schlag von Ihm her warne und den Gläubigen, die die guten Werke tun, verkünde, daß für sie ein schöner Lohn bestimmt ist; Darin werden sie ewig verbleiben; Und damit er diejenigen warne, die sagen: Gott hat sich ein Kind genommen.“[5]

Der Interreligiöse Dialog ist dazu da, Gemeinsamkeiten der Religionen zu forschen und diese auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Alle Religionen predigen Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Aber der Islam ist in Europa als eine Kriegsreligion bekannt, welcher auf das Individuum wenig wert läge. Bedarf es einen Dialog oder aber auch eine Aufklärung diesbezüglich?

Brauchen wir den interreligiösen Dialog? „[…] Nein! Wir brauchen keinen Dialog. Ich will nicht dialogisieren, jedenfalls nicht mit anderen Religionen. Ich will nicht singen mit Christen und Juden und schon gar nicht mit Muslimen, singen will ich höchstens mit meiner Tochter. Und fürs Händchen halten habe ich meine Frau, da brauche ich keine Brüder im eigenen oder fremden Glauben. Nein also, nein. Bitte keinen interreligiösen Dialog. […]“[6]

An dieser Stelle mein Dank an Navid Kermani… Er scheint das Problem erkannt zu haben; er bietet für dieses Problem auch eine Lösung.

Ja und nochmals ja! Wir brauchen alle noch mal die grosse Aufklärung!

Um mit meinem nichtmuslimischen Nachbar zu kommunizieren, bedarf es keinen Dialog. Bis jetzt hatten wir mit ihm gemeinsam keine Gemeinsamkeiten in unseren Religionen gesucht. Auch ohne über die Religion zu diskutieren, sind wir miteinander klargekommen. Ich, als Muslim, brauche nicht, um niedlich dazustehen, irgendwelche christliche Überzeugungen für mich zu übernehmen. Es müssen keine Gemeinsamkeiten genannt zu werden. Wir leben auch ohne über den Glauben zu diskutieren seit über zwanzig Jahren in Frieden als Nachbar Tür an Tür zusammen.

Die Gesellschaft braucht, ob Jude oder Christ aber auch vor allem die muslimische Community, Aufklärung. Warum geht es bei den Religionen?  Kann man nicht, ohne seine eigene Religion im Vordergrund zu stellen, in Frieden und zufrieden miteinander leben?

Nun, das Schlusswort zum Thema..

Ob die Trinität dem Glauben eines Muslims schadet? Ist diese Frage ist berechtigt. Ich kann als angehender Islamischer Theologe mit Gewissheit sagen, solange ein Muslim diese Trinitätstheorie nur als reines Wissen inne hat, aber dennoch von der Einheit Gottes als solches überzeugt ist, wird sie ihm nicht schaden. Denn der Glaube besteht aus zwei Faktoren: Überzeugung und Bekenntnis.

 



[1] B. Russel: Philosophie des Abendlandes 306

[2] W.-R. Inge: The Philosophy of Plotinus, Volume II

[3] H. Kraft: Die Kirchenväter XIV

[4] Koran, 5:16-17, Khoury

[5] Koran, 18:1-4, Khoury

[6] Navid Kermani, Rede auf dem evangelischen Kirchentag, Juni 2003, Frankfurt

 

 

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